Pressespiegel

Riedelbach: Gruppenarbeiten der Max-Ernst-Schule beim Schulfest präsentiert

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Auf dem Schulhof haben die Projektgruppen Feuerwehr und Upcycling ihre Präsentationen aufgebaut. Foto: Sabine Neugebauer

Die Qual der Wahl hatten die fast 600 Schüler der Max-Ernst-Schule in Riedelbach im Vorfeld der Projektwoche. Über 30 Projekte boten Lehrer und außerschulische Projektleiter an. Es gab musikalische, sportliche, künstlerische, gärtnerische, geschichtliche, handwerkliche und kreative Themen. Die Ergebnisse stellten die Schüler beim Schulfest vor.

Schulleiterin Ramona Ondrovic begrüßte viele Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder aber auch interessierte Riedelbacher auf dem Schulhof. Weil Projektwoche und Schulfest auch im Zeichen der 700-Jahr-Feier Riedelbachs standen, drehten sich Projekte auch um Riedelbach oder historische Themen, etwa das historische Kochen. Die Projektgruppe hatte sich mit Marlies Wiedenau im Hessenpark über frühere Essgewohnheiten informiert. Zum Schulfest kochten sie die Kartoffelsuppe mit vielen Zutaten aus dem Garten nach. Genauso die Rahmfladen und die knusprigen Käsekrapfen.
 
Fotosafari und Fachwerkhausbau
 
Mit Fachwerkhäusern beschäftigte sich die Gruppe von Sabine Rutner. In Riedelbach waren sie bei einer „Fotosafari“ fündig geworden. Auch diese Gruppe war im Hessenpark und baute dort das maßstabsgetreu verkleinerte Fachwerkhaus nur mit Holzdübeln zusammen. Einen ganz anderen Ansatz, sich mit Geschichte zu beschäftigen, fand die Mädchengruppe um Margrit Sachs. Flechtfrisuren aus den verschiedenen Jahrhunderten waren hier Thema. Beim Schulfest ließen sich viele Mitschülerinnen mit um den Kopf gewundenen Zöpfen verschönern.
Über Weilrod im Wandel der Zeit hielt Janina Grün, die dieses Thema auch für ihre Abschusspräsentation gewählt hatte, einen Vortrag, der sich mit der Lage Jugendlicher während der NS-Zeit befasste. Nach der morgendlichen Begrüßung in der Schule mit dem Hitlergruß standen viel Sport, Rassenkunde und als Lektüre „Mein Kampf“ auf dem Lehrplan. „Ich war schockiert von dem, was ich herausgefunden hatte“, sagt Janina Grün. Denn auch über Zwangssterilisationen berichtete sie.
Da waren die 1950er-Jahre doch eine freiere, lebensbejahendere Zeit, wie an dem Stand im oberen Flur deutlich wurde. Fröhliche Musik, erklang dort, Bilder der Frisuren und der Mode von damals ergänzten die kleine Ausstellung. Über die Kindheit auf dem Land in früheren Zeiten informierte sich die Gruppe um Gabriele Vorhagen. Sie zeigten eine historische Schulstunde aus der Zeit um 1910.
 
Die Gegend um Riedelbach erkundeten mehrere Schülergruppen zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Andere versteckten Geocaches rund um Riedelbach. Chorgesang, Blasmusik, Feuerwehr, Erste Hilfe, Digitale Fotografie, Basketball, Upcycling, Handarbeiten, Theaterwerkstatt und vieles mehr ergänzten das vielseitige Angebot an Projekten.
Ganz besonders dankte Ondrovic den außerschulischen Projektleitern. Jeder Schüler konnte an einem seiner drei Lieblingsprojekte teilzunehmen. Dabei sei es darum gegangen, unabhängig vom Schulalltag persönlichen Interessen nachzugehen. „Wir haben dabei kleine Talente entdeckt“, freute sich die Schulleiterin. Bei der Projektarbeit seien auch die sozialen Kompetenzen gefordert, da eine Zusammenarbeit über Klassenstufen hinweg, mit Flüchtlingen oder mit gehandicapten Schülern selbstverständlich sei. Mit einem kleinen Fußballturnier Lehrer gegen Schüler ließ die Schulgemeinde zur Einstimmung auf die Fußballeuropameisterschaft das Schulfest ausklingen.
 
von Sabine Neugebauer / Usinger Anzeiger